Haarausfall

Es sind nicht immer die Gene

Vielen Menschen klagen über Haarausfall. Für die meisten Frauen, aber auch für viele Männer ist dies ein starkes psychologisches Problem. Dabei ist Haarausfall eigentlich ein physiologischer Prozess. Jedem Menschen fallen täglich Haare aus, da sie nur eine gewissen Lebensdauer haben und nach einer Wachstums und Ruhephase ausfallen und im Anschluss wieder neu wachsen. Im Normalfall kann jeder 60 bis 100 Haar pro Tag verlieren. An den Tagen mit Haarwäsche verliert man oft mehr, 

an den Tagen danach weniger Haare. Die Lebensdauer des Haares ist genetisch vorbestimmt. Im Gegensatz zum normalen Haarausfall gibt es auch den krankhaften (z.B. kreisrunden), den altersabhängigen und den hormonellen Haarausfall. All diese Formen entstehen durch einen krankmachenden Einfluss auf die Haarwurzel, die dadurch in Ihrem normalen Wachstum gestört wird.

Mesotherapie

Die Mesotherapie kann in vielen Fällen zufriedenstellende Behandlungserfolge erreichen. Hierbei werden mit feinsten Kanülen ein Gemisch aus wachstumsfördernden Substanzen direkt an die Haarfollikel appliziert, so dass die Substanzen direkt an Ort und Stelle ihre Wirkung entfalten können. Es sollten 6 bis 10 Behandlungen im wöchentlichen Abstand erfolgen.

  • Wird meist von den privaten Kassen übernommen
  • Selbstzahler ab 80 Euro Sitzung
  • 6 - 10 Sitzungen notwendig
  • Applikation des Substanzgemisches an die Haarfollikel
  • Anschließende Kopfmassage
  • 6-10 Sitzungen im Abstand von 1 Woche
  • Ggf. nach 6 Monaten wiederholen

PRP-Therapie

Gute Erfolge bei allen Formen von Haarausfall sehen wir auch mit der sog. PRP Therapie (autologes plättchenreiches Plasma) gegen Haarausfall. Das körpereigene Plasmakonzentrat setzt lokal Wachtumsfaktoren frei, die die Regeneration der Haarfollikelumgebung einleiten, erhöht die Blutzufuhr und steigert die Zellproliferation der Haarfollikel. Für die Behandlung mit A-PRP werden nur ein paar Milliliter Blut benötigt. Die Probe wird zentrifugiert, um die patienteneigenen Plättchen zu konzentrieren. Diese werden dann mit Hilfe einer feinen Nadel in die Kopfhaut injiziert. Für optimale Ergebnisse sollte die Prozedur dreimal im Abstand von je einem Monat durchgeführt werden.

Sind diese Therapien alle nicht mehr wirksam und ist ihr Haarausfall so weit fortgeschritten, dann sollten Sie über eine Haarverpflanzung nachdenken.

  • Wird meist von den privaten Kassen übernommen
  • Selbstzahler ab 120 Euro Sitzung
  • 6 - 10 Sitzungen notwendig
  • Blutentnahme
  • Zentrifugation des Blutes
  • Applikation des plättchenreichen Plasmas an die Haarfollikel
  • Anschließende Kopfmassage
  • 6-10 Sitzungen im Abstand von 1 Woche
  • Ggf. nach 6 Monaten wiederholen

Bei inneren Erkrankungen wie z.B. einer Schilddrüsenerkrankung oder auch direkten Erkrankungen der Kopfhaut die zum Haarverlust führen, sollten diese primär behandelt werden. Als Begleitbehandlung für schönes, widerstandsfähiges und langlebiges Haar eigenen sich verschiedene Mineralstoff und Vitaminpräparate. Eine äußerliche Behandlung mit hormonhaltigen Kopftinkturen (z.B. Ell Cranell) ist möglich. Weiterhin hilft Männern und Frauen auch eine Behandlung äußerlich mit Minoxidil ( z.B. Regaine).  

Frauen kann mit einer Behandlung mit Hormontabletten (ähnlich der „Pille“) geholfen werden, mit der die Wirkung der männlichen Hormone an der Haarwurzel unterdrückt wird. Die Einnahme muss über Jahre erfolgen und ständig vom Frauenarzt überwacht werden. Die Behandlung stoppt den Haarausfall nur so lange, wie auch die Tabletten eingenommen werden.

Das Medikament Finasterid kann Männern bei Haarausfall helfen.  Es hemmt ein Enzym im Haarfollikel, wodurch verhindert wird, dass Testosteron in seine aktive Form überführt wird.

Es gibt viele Ursachen für Haarausfall bei Frauen und Männern. Die meisten Männer mit
 Haarausfall leiden unter genetisch bedingter androgenetischer Alopezie, der “männlichen
 Kahlheit”. Das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) ist für 
dieses Problem verantwortlich. Ursache ist eine erbliche Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem körpereigenen Botenstoff Dihydrotestosteron (kurz DHT).

DHT wird bei Frauen und Männern gleichermaßen in der Kopfhaut aus dem Geschlechtshormon Testosteron gebildet. DHT bindet an bestimmte Rezeptoren der Haarwurzeln und verkürzt die Wachstumsphase der Haare. Das Resultat: Jedes neue Haar wächst dünner und weicher nach und fällt vorzeitig aus, bis schließlich keine Haare mehr gebildet werden können und kahle Stellen entstehen. Da der hormonelle Auslöser DHT selektiv nur die Haarwurzeln schädigt, die eine entsprechende Rezeptorausstattung und Sensitivität besitzen, entstehen typische Haarausfallmuster. Bei Männern sind dies vor allem Geheimratsecken sowie kahle Stellen am Hinterkopf. Bei Frauen lichtet sich das Haar vor allem im Scheitelbereich.

Weniger häufige Ursachen für (meist behandelbaren)
 Haarausfall sind Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, hohes Fieber, Operationen/
Vollnarkosen, radikale Diäten, Geburten und bestimmte Medikamente. Werden die Erkrankungen adäquat behandelt, so stoppt der Haarausfall. Bei den anderen Ereignissen normalisiert sich der Haarausfall in der Regel von alleine nach ca. 3 Monaten. Es gibt auch einige
 dermatologische Kopfhauterkrankungen, die zu zeitweisem oder bleibendem Haarverlust führen 
können, z.B. Lupus, Lichen Planopilaris und Alopezia Areata (kreisrunder Haarausfall).

Zur Verifizierung von Mangelzuständen, Infektionen oder Autoimmunerkrankungen erfolgt eine Blutentnahme. Weiterhin sollten Sie über 5 Tagen Haare zählen. Sammeln Sie dazu die Haare für jeden Tage einzeln in einem Briefkuvert und zählen Sie die eingesammelten Haare jeden Abend. Zusätzlich erfolgt eine Kopfhautuntersuchung und eine Haarwurzelanalyse. Früher wurde dieses mittels des Trichogramm durchgeführt. Diese Methode ist jedoch so gut wie obsolet, da ca. 50 Haare ausgerissen und dann unter dem Mikroskop untersucht wurden.

In unserer Praxis bieten wir Ihnen zur Haaruntersuchung die Trichoscan-Methode an. Dabei wird Anzahl und Art der Haare, sowie das Wachstumsverhalten mit dem Computer analysiert ohne dass Haare ausgerissen werden müssen. Es wird lediglich ein kleines Areal an einer unauffälligen Stelle am Kopf, die gut mit den übrigen Haare bedeckt werden kann, auf 1 cm Länge gekürzt. Nach 3 Tagen werden die nachgewachsenen Haare angefärbt und digital mit dem Fotofinder Auflichtmikroskop untersucht. Das Ergebnis zeigt die verschiedenen Wachstumsphasen der Haare, das Längenwachstum in 3 Tagen, die Haardichte und Haarfülle. Daran erkennen wir dann an welcher Form von Haarausfall Sie leiden und können die für Sie optimale Behandlung ausarbeiten.